Gräveneck

1395 errichtete Graf Philipp von Nassau im Bund mit anderen Herren gegen die Ritter von Elkerhausen die Burg Gräveneck (bedeutete wohl "des Grafen Eck" oder "der Grafen Eck"). Nach der Zerstörung der gegenüberliegenden Burg Neuelkerhausen 1396 verlor sie ihre strategische Bedeutung.

Erst im Anschluß an die Burg entstand das Dorf Gräveneck.
1429 gingen Burg und Dorf als nassauisches Lehen an den Hermann von Hohenweisel. Ein Burglehen besaßen 1430 auch die von Wolfskehl mit dem sogenannten Kleinen Hof.
1449 wurden die Brendel von Homburg mit Dorf und Burg belehnt. Nach dem Aussterben dieses Zweigs 1633 war die Burg schon weitestgehend verfallen. Die herrschaftlichen Besitzungen fielen an Nassau-Weilburg zurück. Es entstand nun ein landesherrliches Hofgut, das von 1775 an den Mennoniten Peter Unzicker verpachtet war und 1811 an ortsansässige Bauern ging.

Die evangelische Kirche entstand 1777 als Stiftung des Fürsten Karl von Nassau-Weilburg.
Der schon 1353 erwähnte Schwartenberger Hof gehört ebenfalls zu Gräveneck und wurde nach dem Aussterben der Brendel in Eigenverwaltung von Nassau-Weilburg betrieben bis er Ende des 17. Jahrhunderts an Erbpächter ausgegeben wurde. Der 1691 in der Nähe entstandene Neuschwartenberger Hof wurde 1837 abgerissen. Für die Höfe entstand 1699 eine Mahl- und Ölmühle, die heutige Zippsmühle. An der Dembach wurde 1842 eine weitere Ölmühle errichtet. Eine schon 1449 in Gräveneck stehende Mühle war bereits im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts verfallen.

Im 19. Jahrhundert erlebte auch in Gräveneck der Bergbau einen Aufschwung, hier vor allem durch die Gruben Georg-Joseph und Schottenbach, und veränderte die vorher ausschließlich landschaftliche Struktur des Ortes.

Die Brücke über die Lahn wurde in den Jahren 1911 bis 1913 gebaut und 1912 erhielt Gräveneck einen Bahnhof an der schon 1863 eröffneten Lahntalbahn. Hier entstand auch von 1921 – 1922 die 1941 zu einer imposanten Anlage umgebaute Erzaufbereitung der Grube Georg-Joseph. Durch die vielen Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg wurde 1964 eine katholische Kirche errichtet.

Gräveneck liegt direkt an der Lahn und bietet mit einem Campingplatz gute Möglichkeiten für den aufstrebenden Lahntourismus.